Ossy Kolmann

Schauspieler

* 1928    † 2016

“
Wie heißt's im Lotto? Alles ist möglich!
”

Lebenslauf

Oswald “Ossy” Kolmann” wurde am 10. Jänner 1928 in Wien geboren. Er erlernte den Beruf des Fernmeldetechnikers. Als Sohn eines Kellners war seine Karriere als Volksschauspieler und Komödiant keineswegs vorgezeichnet. Vielleicht war es ihm aufgrund seiner Herkunft ein Anliegen, zumindest für kurze Zeit den Ober im berühmten “Seniorenclub” zu verkörpern, einer Fernsehsendung, die - wie der Titel schon sagte - insbesondere die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren ansprach.

Schauspielunterricht, Kabarett Simpl und das junge Fernsehen

Doch schon in jungen Jahren, knapp 20-jährig, entschied er sich, Schauspielunterricht in der Schauspielschule der Gewerkschaft zu nehmen. Fast unmittelbar nach der drei Jahre dauernden Ausbildung erfolgte auch bereits sein Bühnendebüt im Kabarett Wiener Werkel. Gastspielreisen des Kabaretts führten ihn in die Schweiz und nach Deutschland. Als sein wohl wichtigster Förderer ist Karl Farkas anzusehen, der den 30-jährigen Kolmann für das Kabarett Simpl engagierte, wo er nicht nur als Ensemblemitglied agieren konnte, sondern zugleich durch die legendär gewordene “Bilanz des Monats”, die das Zeitgeschehen auf komödiantische Art und Weise reflektierte, erste Auftritte im noch jungen Fernsehen hatte.

Unvergessen als Theater- und Fernsehschauspieler

Für Ossy Kolmann waren Leben und Beruf eins. Er lebte buchstäblich für seinen Beruf, war ein Vollblutschauspieler, wie es nur wenige von diesem Schlag gibt. Er mimte meist Wiener Typen, ohne dabei die Klischeefalle zuschnappen zu lassen. Sowohl als Theater- als auch Fernsehschauspieler wird er unvergessen bleiben. Er spielte am Theater an der Wien, am Wiener Volkstheater und am Raimundtheater. 20 Jahre lang war er ab dem Jahre 1973 Ensemblemitglied der Wiener Volksoper. Er konnte sich dort auch mit Sangesauftritten beweisen. 1993 wechselte er dann an das Theater der Josefstadt, wo er 1998 zum Ehrenmitglied ernannt worden ist.

Pension Schöller

Es ist fast unmöglich, seine Fernseh- und Theaterrollen annähernd darzustellen. Hervorzuheben sind “Die Perle Anna”, ein kongeniales Zusammenspiel mit Elfriede Ott, sowie “Pension Schöller” in der Version von 1994 (Josefstadt), wo er u.a. gemeinsam mit Helmuth Lohner wirkte. Wilhelm Jacoby und Carl Laufs schrieben das Stück, das bereits 1890 in Berlin uraufgeführt worden ist. Es folgten zahlreiche Inszenierungen, jene mit Ossy Kolmann in der Rolle des Ladislaus Robitschek, dessen innigster Wunsch es ist, einmal eine Nervenklinik von innen zu sehen und der von seinem Neffen in die “Pension Schöller” geführt wird, der ihm diese als Nervenklinik präsentiert, gehört zu den gelungensten in der langen Geschichte dieses im deutschsprachigen Raum sehr bekannten und beliebten Theaterstücks.

Baranskis Geschäft

Über 100 Fernsehrollen zählten zum Repertoire von Ossy Kolmann. Angefangen vom “Ringstraßenpalais”, “Hallo – Hotel Sacher … Portier!”, das “Lotto Studio” über den bereits erwähnten “Seniorenclub” bis zum “Tatort”. Als fast schon legendär ist ebenjener “Tatort” zu bezeichnen, dessen Titel “Baranskis Geschäft” lautet. Der Film spielt zwar hauptsächlich in Hamburg, allerdings gibt es wichtige Passagen, die den Handlungsstrang nach Wien ziehen. Die Komik und den Aberwitz, den Ossy Kolmann in seine kleine Rolle eines Fotografen legt, macht den ansonsten ziemlich ernsten Film zu einem Genuss. Der Witz, den Fritz Eckhardt in seiner Rolle als Gastkommissar Marek seinem deutschen Kollegen während einer Fahrt mit der Friedhofslinie (Straßenbahnlinie 71) erzählt, hätte auch Ossy Kolmann in seiner Rolle zur Ehre gereicht.

“Was ist der Unterschied zwischen einem wirklichen und einem geheimen Hofrat?”
“Der wirkliche Hofrat arbeitet wirklich!”

Autofahrer unterwegs und die Plattenindustrie

Das Repertoire von Ossy Kolmann schließt auch das Radio mit ein. Als “Herr Montag” brachte er die Hörer von “Autofahrer unterwegs” zum Lachen. Selbst vor der Plattenindustrie machte der einmalige Komiker und Schauspieler keinen Halt. Es entstanden mehrere Langspielplatten, auf denen er etwa Couplets singt.

Auszeichnungen

Ossy Kolmann wurde vielfach ausgezeichnet, hier seien einige Ehrungen wieder gegeben:

  • Goldene Kamera, 1975
  • Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold, 1984
  • Ernennung zum Ehrenmitglied des Theaters in der Josefstadt, 1998
  • Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erster Klasse, 1999
  • Verleihung des Titels "Kammerschauspieler“, 2003
  • Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, 2004

Letzte Jahre

In den letzten Jahren seines Lebens war es ruhig um Ossy Kolmann geworden.
Ihm setzte die Parkinson-Krankheit zu, sodass seine letzte Ehrung im Jahre 2004 ihn ein letztes Mal an die Öffentlichkeit brachte. Er lebte zurückgezogen mit seiner Frau in Döbling. Er verstarb am 18. Juli 2016 nach langer, schwerer Krankheit.

Weblinks

Wir erinnern uns

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